Digitalisierung von Videodaten

Digitalisierung von Videodaten

(Autor: Nicolas Schenk, 30.09.2015)

Eine schwierige Angelegenheit in den Digital Humanities stellt der langfristige Erhalt digitaler Filme dar. Da die Technik intensiv weiterentwickelt wird, veralten Dateiformate und Speichermedien schnell. Zwei Probleme bei der Langzeiterhaltung bestehen in den großen Datenmengen und darin, dass bisher noch keine Standardisierung stattgefunden hat. VHS-Videokassetten und ähnliche Medien sind nicht zur Langzeitarchivierung geeignet, weil die Magnetbänder mit der Zeit und insbesondere beim Abspielen ihre Magnetfähigkeit langsam verlieren und damit sukzessive Informationen verloren gehen. 

Eine Videodatei besteht aus einem Containerformat wie AVI, WMV oder Quicktime. Elemente wie Film-, Ton- sowie Metadaten sind in diesen Containern enthalten. Diese Video- und Audiodaten sind mithilfe eines Codecs (COmpression - DECompressions Algorithmus, z.B. MPEG-4) gespeichert. Viele Formate wurden speziell für die Hardware von bestimmten Herstellern erschaffen, die ihre Dokumentation nicht veröffentlichen. Deshalb ist es in vielen Fällen unmöglich, eine Gewährleistung für die optimale Digitalisierung und die langfristige Nutzung dieser Formate geben zu können (Nestor 2009a).

Zumeist muss der Film digitalisiert bzw. in ein Format konvertiert werden, das für die Langzeitarchivierung tauglich ist. Es erfolgt zuerst eine Berechnung des erwarteten Bedarfs an Speicherplatz. Meist ist eine Kompression nötig, da die Datenmenge sonst zu groß wird. Auch hier gilt, wie bei den Audiodateien, dass Kompression immer mit Qualitätsverlust einhergeht. Es muss also fast immer ein Kompromiss zwischen Datenqualität und Datenvolumen eingegangen werden. Nicht nur die Ursprungsdatei muss erhalten bleiben, sondern auch der Codec. Auch deshalb ist die Langzeitarchivierung von digitalen Filmen so anspruchsvoll. Bisher besteht allerdings noch keine Übereinkunft über die Wahl des optimalen Dateiformats (Nestor 2009a).

Die Speichermedien für Videodaten müssen große Dateimengen speichern können und außerdem im Sinne der Langzeitarchivierung eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen. Deshalb müssen die Daten gegebenenfalls immer wieder auf neue Medien migriert werden. Eine Migration auf Festplatte oder Bandsysteme wird empfohlen (Nestor 2009a).

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Nestor, Informationsblatt Digitale Filmaufnahmen (Stand 2009a), online: http://files.dnb.de/nestor/sheets/09_digital_video.pdf [03.07.2015].

Nestor, Informationsblatt Digitalisierung von Filmen (Stand 2009b), online: http://files.dnb.de/nestor/sheets/15_digitalisierung_filme.pdf [03.07.2015].