Begriffsklärungen

Ein Feld – diverse Begrifflichkeiten

(Autor: Matthias Schneider, 30.09.2015)

Digital Humanities, Digitale/digitale Geisteswissenschaften, eHumanities, eSciences oder Humanities Computing sind nur einige Begriffe, die genutzt werden, um eine (verschieden akzentuierte und inhaltlich belegte) Verbindung zwischen den Geisteswissenschaften und der Informatik bzw. den Informationswissenschaften zu bezeichnen. Hinzu kommen stärker an etablierten geisteswissenschaftlichen Diziplinen orientierte Unterbegriffe wie Digital History oder Digital Philology. Auch wenn über die Begriffe nach wie vor gestritten wird und diese einem Wandel in der Verwendung unterliegen, werden im Folgenden sowie im gesamten Virtuellen Museum Digital Humanities und Digitale Geisteswissenschaften als stilistische Variation synonym verwendet und an anderer Stelle definiert.

 

Zur Annäherung an die Begrifflichkeiten werden in diesem Raum einige Schlagworte vorgestellt, historische Entwicklungen skizziert und verschiedene Interpretationen kontrastiert.

 

Offene Fragen

In den letzten Jahren hat sich in Publikationen und auf Tagungen eine rege Diskussionskultur rund um Fragen wie die folgenden entwickelt:

  • Was sind die Digitalen Geisteswissenschaften?
  • Wie soll die Verbindung zwischen Informatik bzw. Informationswissenschaften und Geisteswissenschaften und die Gewichtung beider Anteile gestaltet werden?
  • Sind die Informatik und die Informationswissenschaften Hilfswissenschaften für die Beantwortung geisteswissenschaftlicher Fragen oder ergibt sich aus der Verbindung ein genuin neues, anders geartetes Forschen mit möglicherweise eigenständigen Methoden und Fragestellungen?
  • Sollen sich die Digitalen Geisteswissenschaften zu einer eigenständigen Disziplin entwickeln oder jede Geisteswissenschaft von einer eigenen Fachinformatik bzw. einer Digitalen Geschichtswissenschaft, Digitalen Literaturwissenschaft usw. begleitet und unterstützt werden?
  • Wie soll der wissenschaftliche Nachwuchs auf die Aufgaben vorbereitet werden, die sich durch digitales Lehren, Forschen und Publizieren stellen? Soll zunächst im Bachelor-Studium eine Ausbildung in einem ›klassischen‹ Fach wie Informatik oder Germanistik erfolgen, um dann im Master-Studium eine gemeinsame Vertiefung im Bereich der DH zu erhalten? Macht es vielleicht sogar Sinn, klassische Fächer im Bachelor und Master zu studieren und sich die DH-Fähigkeiten im Rahmen von Zusatzqualifikationen, Praktika und Tätigkeiten als Hilfskraft anzueignen? Oder sollten DH-Studiengänge bereits ab dem ersten Semester angeboten werden?

Einen Überblick über die Breite der Aktivitäten in den DH gibt die Tour »Around DH in 80 Days« (Alex Gil et al., CC BY 3.0 US):